Augenveränderungen durch Diabetes

Jeder Diabetiker kennt vermutlich die Veränderung der Sehschärfe durch anhaltend hohe Blutzuckerwerte. Hierbei verändert sich die Dicke der Linsen durch Wasseraufnahme. Daher sollte eine neue Brille erst verordnet werden, wenn der Blutzucker wieder normal eingestellt ist.

 

Schäden der Netzhaut treten auf, wenn der Stoffwechsel lange Zeit schlecht gewesen ist. Diese Erkrankung heisst diabetische Retinopathie und wird hervorgerufen durch die Schäden, die erhöhter Blutzucker an den kleinsten Blutgefäßen verursacht. Gefürchtet sind besonders Schäden in der Nähe des Sehnerven (Makulopathie), weil diese schlechter zu behandeln sind. Nach 15-20 Jahren sind bei fast allen Typ-1-Diabetikern solche Komplikationen nachzuweisen. Bei Typ-2-Diabetes bestehen die Schäden oft schon, wenn die Zuckerkrankung festgestellt wird: ein Drittel der Patienten ist dann bereits betroffen.

 

Tückisch daran ist, daß die Folgen der Netzhauterkrankung erst in einem spätem Stadium bemerkt werden können, wenn bereits größere Netzhautflächen geschädigt sind. Dann kann die Laserbehandlung viel weniger ausrichten, als wenn die Therapie in einem frühen Stadium begonnen wird. Der Augenarzt kann bei der jährlichen Untersuchung des Augenhintergrundes sehr früh diese Veränderungen entdecken und eine Behandlung veranlassen. Leider ist die diabetische Retinopathie heute die häufigste Ursache für Erblindung im Erwachsenenalter. Das könnte vermieden werden, wenn alle Patienten mit Diabetes regelmäßig 1x jährlich augenärztlich kontolliert würden und eine rechtzeitige Behandlung wahrnehmen würden.